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Westcoast = Bestcoast? - #Australia19

Mittwoch, 1. Juni 2016
Hallo meine Lieben!
Nach gut einem Monat melde ich mich zurück – aus Deutschland. Im letzten Monat ist viel bei mir passiert. Ich hab mehr als 15000 km hinter mich gebracht und davor die Westküste Australiens bereist. Da ich bis jetzt nicht die Muse dazu hatte mich hinzusetzen und diesen Text zu tippen, habe ich es vor mich hergeschoben und schließlich erst heute geschafft, diesen Post zu veröffentlichen.

Am 3.April ging es also los und wir flogen von Adelaide nach Perth. Mit dem Bus fuhren wir eine halbe Stunde in die Stadt und liefen dann mit unserem Backpack 30 Minuten in unser Hostel, mir kam es eher wie 10 Stunden vor. Notiz an alle zukünftigen Backpacker: nehmt einen Koffer. Wir schauten uns dann die Stadt etwas an und bummelten durch Murray und Hay Street. Schauten auf das Swan River und trafen uns am Abend mit Nina auf dem Nachtmarkt. Ich und auch alle anderen hatten ein typischen Nachtmarkt erwartet mit Essenständen, Secondhandklamotten, Schmuck und Krimskrams, wir wollten einfach nur ein bisschen rumlaufen, stattdessen kamen wir auf einen Nachtmarkt auf dem es nur Essen gab und die Leute zur laufenden Musik tanzten. Ja wir wurden sogar am Eingang kontrolliert ob wir 18 sind.

Am nächsten Tag holten wir früh unser Auto ab, fuhren Richtung Süden und besuchten ein altes Gefängnis in Fremantle. In Fremantle machten wir außerdem ein kleinen Rundgang durch die Stadt und aßen etwas zu Mittag. Die Möwen waren richtig frech (liefen uns hinterher und beflogen uns, was echt nicht lustig war) War es echt nicht. Wir fuhren dann noch durch Mandurah und hielten vor Banbury an, um dort die Nacht zu verbringen.
Zeitig aufgestanden fuhren wir direkt nach Bunbury und frühstückten am Strand, hier hatten wir auch das Privileg wilde Delfine zu sehen. Unser Mittag/Nachmittag verbrachten wir in Margaret River. Und am Abend sahen wir den Sonnenuntergang am südwestlichsten Punkt „Cape Leuwin“ an.

Mitten in einem Nationalpark aufgewacht und auf den Straßen nach Pemberton mehr oder weniger töten Kängurus begegnet, erreichten wir um 11 Pemberton. Dort steht ein 53 Meter hoher Baum den man hochklettern kann. Die Bäume dienten früher der Feuerwehr als Ausguck um künftige Buschfeuer frühzeitig zu erkennen. Am Nachmittag chillten wir am Sandy Beach, Peaceful Bay, besuchten Denmark und fuhren dann Richtung Albany.

Von dort aus ging es dann weiter Richtung Norden, den zweiten Teil der Westküste, den wir bereist haben werdet ihr im nächsten Post kennen lernen.

Oft wurde ich gefragt, was ich denn nun schöner fand. Westküste oder Ostküste.
Die Entscheidung ist gar nicht mal so einfach, denn beide Küsten haben Vor- und Nachteile.
Landschaftlich gesehen hat mich die Westküste einfach mehr abgeholt. Vorallem in Esperance und Margret River, Coral Bay und Monkey Mia war es atemberaubend schön.
Da sind Jervis Bay, Fraser Island im Osten nur der Anfang und wirken dagegen eher wie eine schlechte Kopie.
Dafür ist an der Ostküste viel mehr los, Party ohne Ende und man hat eher das Gefühl in der Zivilsation zu leben.

Für mich persönlich war die Westküste trotzdem einfach besser und ich bin der Meinung, wer nur den Osten gesehen hat kennt Australien eben doch nur zur Hälfte.




















Heute vor einem Jahr.

Montag, 18. April 2016
Hallo meine Lieben!
Heute möchte ich euch von etwas erzählen was mir am Herzen liegt. Von einer Person um genau zu sein. Diesen Beitrag hier verfasse ich zunächst, weil ich es gerne habe Dinge zu ordnen - und das gehört bei dieser Sache aufjedenfall dazu. Aber auch aus dem einfachen Grund das ich einmal den Satz hörte:" Und wann schreibst du mal was über mich?"

Es passierte heute vor einem Jahr.
Es war kein besonderer Tag. Nur ein Samstag wie es jeder andere im April auch gewesen war. Ich war beschäftigt damit für mein Geschichtsabitur zu lernen. Trotz alldem hatte ich mir noch eine Veranstaltung aufgehalst. Also sollte ich um 11 Uhr am Bahnhof stehen und in den Zug nach Leipzig einsteigen. 

Was stand auf dem Plan? Ah ja genau - ich erinnere mich. Das Vorbereitungstteffen von AIFS. Meiner Organisation, die mir bei den ersten Schritten in Australien helfen sollte. Ich wäre ja gar nicht hingegangen hätten gewisse Leute namens meiner Eltern und Julie mich nicht dazu gezwungen.

Punkt 14 Uhr ging es los. Ich wurde neben Leute gesteckt, die das gleiche oder ein ähnliches Abflugdatum wie ich hatten. 14. September. Neben mir saß natürlich Julie und auf dem anderen Platz ein Mädchen mit dem Namen Ronja. Daneben ein anderes Mädchen, welches sich mit einem Typ angeregt unterhielt - wahrscheinlich ein Paar. Der Saal war voller Menschen und alle redeten durcheinander. Dann ging es los. Sie brabbelten über Sehenswürdigkeiten, Flüge, Versicherungen und andere Dinge. Ich saß währenddessen auf meinem Stuhl und bemalte vor Langerweile meine Schuhe. Dann endlich - Pause. Julie und ich schnabbten uns ein paar Kekse.

Bis uns das Mädchen (von dem vermeintlichen Paar) ansprach und zu mir meinte: "Ich glaube wir haben dasselbe Abflugdatum. Ich bin Sophie." (Was im übrigen offensichtlich war, da wir alle Namensschilder trugen.)

Wir redeten ein bisschen über unser Alter, Familie und wie wir uns Australien vorstellten. Wir tauschten unsere Handynummern aus und gingen zurück auf unsere Plätze. Da Julie und ich noch shoppen gingen wollten verließen wir die Veranstaltung eher und nickten Sophie noch mit einem "Bis bald" auf den Lippen zu.

Als ich wieder zu Hause war erzählte ich meiner Mama davon, wie es gelaufen war und wen wir getroffen hatten und auch davon das Sophie und ihr vermeintlicher Freund mit uns fliegen würden. 

Wie ging es weiter? Nunja ein paar Tage später schrieb ich Sophie wie es denn noch gelaufen war und ob noch etwas spannendes erzählt wurde (die Antwort konnte ich mir natürlich nicht denken).
Von da an blieben wir dank Snapchat, Whatsapp und co in Kontakt und unterhielten uns hin und wieder über Australien. "Welchen Rucksack sollten wir nehmen? Wie lief es mit dem Visa? Was sollten wir nur einpacken?" Der Abflug rückte immer näher und schließlich beschlossen wir schon einen Tag eher nach Frankfurt zu kommen und uns schonmal zu treffen.

13.September 2015
"Sorry, wir schaffen es heute nicht mehr nach Frankfurt. Till hat sein Portemonaie zu Hause liegen lassen. Wir sehen uns morgen am Schalter!" 
Genau so lief es dann auch: Am Schalter schlossen wir uns in die Arme und begrüßten auch Till. (Im übrigen hatten wir auch erfahren, dass die beiden kein Paar waren.) 

Wir stiegen in unser Flugzeug. Warteten in Dubai brav auf uns, um gemeinsam die Zeit tot zu schlagen. Und kamen am Abend in Sydney an. (und mich quälte der Jetlag)

Ab diesem Zeitpunkt kommt mir die Zeit vor als wäre sie verflogen. Wir waren uns komplett fremd und trotzdem vertrauten wir uns als würden wir schon Jahre befreundet sein. Wir suchten uns einen ersten gemeinsamen Job (in Loxton) und fuhren dann weiter nach Adelaide und Melbourne und arrangierten alles gerade so, dass wir immer zusammen blieben. 

Ob es die "Jordan Time" in Emerald, der Schuhverkäufer in Loxton, Bruce auf seiner Farm oder Cobie mit ihren Johannisbeeren war, wir erlebten Dinge die unsere Freundschaft wachsen lies. Wir waren füreinander da als dein Portemonaie geklaut wurde, als ich mir vor Angst in die Hosen gemacht habe (wegen der Fische), als Australien zu weit weg schien und wir zurück wollten.

Warum ich soweit aushole? Das hat den einfachen Grund, dass ich heute vor einem Jahr nicht gedacht hätte, das dieses Mädchen mit ihrem vermeintlichen Freund heute nicht mehr aus meinem Leben weg zu denken wäre. Obwohl meine Familie dich bis jetzt nur aus Erzählungen kennt, bist du doch schon ein Teil von ihr. Und ich kann dir versprechen aus der Sache kommst du nicht mehr so leicht raus. 
Hab dich lieb Sophie.


Great Ocean Road und Grampians National Park - #Australia18

Mittwoch, 30. März 2016


Hallo meine Lieben!
Ein wundervollen Donnerstag wünsche ich Euch!

Nachdem ich 2 Monate auf der Nursery „Mossmont“ gearbeitet habe wird es Zeit Griffith zu verlassen. Ich habe genug Geld angespart, um die restlichen 6 Wochen reisen zu können, d.h. es werden jetzt wohl auch wieder öfter Posts online kommen. Heute aber, zeige ich euch die Bilder und unsere Route entlang der Südküste Australiens, auch bekannt unter dem Namen
Great Ocean Road. 




Am Samstagmorgen (26.3.16) verließen wir Griffith. Wir fuhren mit dem Bus nach Wagga Wagga und von da aus nahmen wir den Zug nach Melbourne. Im Southern Cross angekommen trafen wir uns noch mit Juliane und aßen kurz etwas bei Burgerking. 8:08 ging dann unser Zug nach Belgrave, von wo aus uns Sophie abholen wollte. Zusammen fuhren wir dann nach Emerald, wo wir für eine Nacht blieben.



Früh zeitig aufgestanden ging es dann auch schon los. Unser erster Anlaufpunkt war zunächst Warnampool ( allerdings nur solange bis wir merkten, dass das genau am anderen Ende der Great Ocean Road ist). Also machten wir letztendlich unseren ersten Halt in Torquay. Ein kleiner Ort, der vor allem für seine ausgezeichnete Surfküste bekannt ist. Von da aus ging es dann immer der Nase lang gen Westen. Wir fuhren entlang der Küste und wenn uns ein Ort gefiel hielten wir an, so auch in Anglesea, wo wir uns etwas zum Mittagessen kauften und über einen Trödelmarkt schlenderten. Nach gut 20 min erreichen wir Lorne und nach weiteren 30 Apollo Bay, wo wir unseren Tank neu auffüllen. Am Gibson Beach machen wir unseren nächsten Halt. Die 86 Stufen, die uns zum Strand hinunter bringen, sind aus dem Sandstein geschlagen wurden. Am Abend erreichten wir dann auch schon die berühmte Feslformation der „Zwölf Apostel“.




 Da wir – vorbereitet wie wir sind – natürlich keinen Campingplatz oder ähnliches gebucht hatten, ging die Suche nach einem geeigneten Schlafplatz los. Völlig verzweifelt, wie damals in Jervis Bay irrten wir auf den Straßen entlang (Natürlich gab es nur eine einzige Straße auf der wir hin und her fuhren). Schlussendlich entschieden wir uns dazu nochmal ein Stücken zurück zu fahren in einen Ort (Princetown). Dort angekommen gab es leider auch nur einen Campingplatz. Da wir aber alle 3 total müde waren bezahlten wir jeder die 15 Dollar und hatten immerhin am frühen Morgen eine heiße Dusche.









Wir schauten uns also am Morgen des Ostermontags, die Zwölf Apostel an und fuhren noch zum „Loch Ard George“ und zum „London Arch“, welche ebenfalls Highlights auf der Great Ocean Road sind. Die ehemalige „London Bridge“ stürzte 1990 ein und heißt seitdem „London Arch“. 2009 stürzte der 25 m hohe Felsbogen des „Loch Ard George“ ein.


Vom „Loch Ard George“ aus fuhren wir dann in die Grampians.






Nach 4h Fahrt kamen wir in Halls Cap an. Auf dem Weg dahin hatten wir übrigens an einer Tankstelle Bradley Cooper getroffen – oder zumindest jemanden der ihm (verdammt!) ähnlich sah. Leider verpassten wir die Chance auf ein gemeinsames Selfie. In Halls Cap aßen Sophie und ich eine deutsche Bratwurst mit Sauerkraut und waren danach bereit die hohen Berge zu erklimmen. Vorher allerdings streichelten wir noch ein paar wilde Kängurus, die auf einem Sportplatz grasten. Wir wanderten zu den „Balconies“. Ein Aussichtspunkt, der einen Blick über die gesamten Grampians bietet. Lustigerweise traf ich dort auch noch 2 Mädels mit denen ich bei Mossmont gearbeitet hatte.

Am Montag fuhren wir dann zurück nach Emerald, wo wir noch zusammen bis Donnerstag blieben, da Till ja Geburtstag hatte.

So das war´s erstmal. Eure Sylvie.






Hilfe das Hostel brennt, Griffithfamily und Kinosonntag - #Australia17

Freitag, 4. März 2016

Hallo meine Lieben,
Lange habe ich nix Neues zu berichten gehabt, aber heute pünktlich zum 5. März möchte ich euch erzählen, was ich denn so die letzten 4 Wochen getrieben habe.

Nachdem wir also die Ostküstentour beendet hatten, machten wir uns in Cairns auf die Suche nach einem Job. Nach etwa 100 gescheiterten Versuchen, beschlossen wir nach Griffith in ein Working Hostel zu gehen.


Am Januar in Griffith angekommen legten wir uns erstmal den ganzen Tag in's Bett und schauten ein paar Filme gingen einkaufen und kochten und fanden uns damit ab, dass wir in unterschiedlichen Zimmern wohnten. Am Sonntag kamen dann auch Sophie und Till, die mit dem Auto runtergefahren waren. (Julie und ich sind von Cairns aus nach Sydney geflogen und dann mit dem Zug nach Griffith). Leider konnte ich in meinen Zimmer im Doppelstockbett keinen Platz unten ergattern und gab mich mit dem freien Platz oben zufrieden, dass wäre ja alles kein Problem gewesen, wenn die Italienerin unter mir nicht versucht hätte sich ein Bett mit einer ominösen männlichen zweiten Person zu teilen. Aber ich wäre ja nicht ich, wenn ich solche Unzüchtigkeiten zugelassen hätte, also sagte ich kurz nach dem das Bett mehr wackelte als das Boot auf den Whitsundays, dass sie sich doch bitte woanders vergnügen sollten.


Am Montag ging dann auch mein Job los. Ich arbeite auf einer Farm für Mandelbäume (wie in Loxton). Damit die kleinen Bäume möglichst gerade wachsen und groß werden müssen wir kleinere Äste und Senker abschneiden. Da wir nicht per Stunde sondern per Baum bezahlt werden, muss man sich richtig anstrengen, um gutes Geld zu verdienen. Ich schaff zwischen 1000 und 3000 Bäumen pro Tag.
Vor zwei Wochen ereignete sich auch ein Tag, an dem es mal wieder besonders kalt war. Nur 38 Grad. Niklas, Julia und ich hatten gerade unsere Reihe beendet und wollten etwas trinken gehen - was wir auch taten. Dann setzten wir uns noch kurz auf den Anhänger, um eine kurze Pause einzulegen. Doch plötzlich kommt unsere Supervisorin angefahren und fragt uns, was wir denn auf dem Anhänger machen und wer uns erlaubt hätte Pause zu machen. 5 Minuten später waren wir gefeuert.

Allerdings redetetn wir mit der Supervisorin und versuchten sie davon zu überzeugen, dass wir wirklich nur was getrunken hatten und Niklas und ich wurden wieder eingestellt. Nach diesem Ereignis wurde ich in eine andere Gruppe gesteckt und werde seit dem stündlich bezahlt. Jetzt zähle ich Bäume. :D




Am 2. Februar gingen Sophie und ich zum Woolworth, um für das Abendessen einzukaufen. Als uns auf einmal ein Feuerwehrauto nach dem anderen entgegen kommt. Ich hab noch aus Spaß gesagt: "Unser Hostel brennt bestimmt", doch als wir zurück kamen, war es wirklich unser Hostel was brannte. Die KLimaanlage hatte sich überhitzt und dadurch Feuer gefangen. Durch das Löschwasser wurde das Jungsklo überflutet und wir mussten uns 3 Tage ein Bad zusammen teilen. 




Am Wochenende gehen wir immer tanzen oder trinken einfach ein bisschen im Hostel, was immer sehr lustig ist. Vor allem, weil die Engländer sich komplett nicht unter Kontrolle haben. Gestern zum Beispiel haben sich zwei gestritten und die eine hat einfach einen Teller nach der Anderen gewurfen oder eine Andere zieht sich immer aus. Am Sonntag ist immer Kino Tag. Für nur 10 Dollar bekommen wir einen Gutschein fürs Kino. Wir waren schon in Deadpool, How to be Single und Hail Cesar, wobei alle drei wirklich schlecht bis naja grade so sehenswert waren :D Aber es geht ja auch darum, dass wir mal raus aus dem Hostel kommen und nicht nur vor uns rumgammeln.
Ja das war es erstmal, bis die Tage Freunde!
Eure Sylvie.



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